HCM -
Hypertrophe Kardiomyopathie:
Was ist HCM?
Hypertrophe Kardiomyopathie (HKM, international:
HCM) ist die häufigste Herzkrankheit bei Katzen, egal ob sie zufällig
gezeugte oder Katzen mit Stammbaum sind.
Es ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der die
Papillarmuskeln (die Muskeln in der linken Herzkammer, die die
Herzklappen halten) und die Wände der linken Herzkammer sich abnormal
verdicken.
HCM ist häufig eine progressive Erkrankung und ein
Teil der betroffenen Katzen erliegt einem Herzversagen, wenn das
Muskelwachstum und damit einhergehend eine Vernarbung des Herzmuskels
die Herzfunktionen immer weiter beeinträchtigen.
Was verursacht HCM bei Katzen?
Diese Frage ist zur Zeit ungelöst, obwohl
vererbliche HCM bei einigen Katzenrassen beobachtet wurde - wie bei
Maine Coons und American Shorthair.
Nach anekdotischen Informationen kann davon
ausgegangen werden, dass es familiäre HCM auch in vielen anderen Rassen
gibt.
Herzmuskel-Hypertrophie bei Katzen kann auch von anderen Erkrankungen
hervorgerufen werden, beispielsweise systemischem Bluthochdruck oder
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreodismus).
HCM ist eine primäre Erkrankung des Herzmuskels,
Hochdruck und Hyperthyreodismus sind sekundäre Verursacher der
Herzwand-Verdickung und damit keine Verursacher von HCM (auch wenn es
möglich ist, dass sie die Krankheit beschleunigen, wenn sie in einer
Katze mit milder oder moderater HCM auftreten).
Von HCM sprechen wir, wenn andere Ursachen ausgeschlossen werden können.
Ist HCM genetisch bedingt?
Bei MCO und American Shorthair wurde HCM als
autosomal dominant vererbbare Krankheit bestätigt - so wie sie auch bei
Menschen vorkommt, wo mehr als 130 Gen-Mutationen in zehn Genen als
Verursacher dieser Krankheit identifiziert wurden.
Die Krankheit selbst stellt sich völlig
unterschiedlich dar: Einige Katzen sind schwer betroffen, andere nur
mild oder moderat, und manche Katzen zeigen noch nicht einmal Anzeichen
der Krankheit, auch wenn sie kranken Nachwuchs produzieren.
Es ist zwar noch keine spezifisch feline
Gen-Mutation entdeckt worden, bei den MCO wird jedoch verstärkt danach
geforscht. Da jedoch nur sehr wenige Tier-Kardiologen und Genetiker die
Erfahrung haben, die Gene zu studieren, ist es unwahrscheinlich, dass
das verantwortliche Gen (oder die verantwortlichen Gene) für jede
betroffene Rasse irgendwann in nächster Zukunft identifiziert werden
kann. Wenn eines Tages ein Gen bei den MCO entdeckt werden sollte, dann
muss das nicht unbedingt das gleiche Gen sein, das HCM in einer anderen
Rasse verursacht. HCM fordert Forschung spezifisch für jede Katzenrasse.
Sollte ich meine Katze auf HCM testen lassen und
wie oft sollte sie getestet werden?
Im klinischen Alltag ist der "übliche" Patient, der
auf HCM getestet werden soll, eine Katze mit bereits vorhandenen
klinischen Anzeichen eines Herzfehlers wie beispielsweise Herzgeräusche.
Das Testen von Katzen, die in einem Zuchtprogramm
eingesetzt werden, ist eine schwierigere Aufgabe. Echokardiographie ist
kein perfektes Werkzeug zum Diagnostizieren von HCM - einige betroffene
Tiere werden sich immer der Entdeckung entziehen (siehe weiter hinten)
und der Zugang zu guten Ultraschall-Dienstleistern kann für einige
Züchter auch sehr schwierig und sehr teuer sein. Zuallererst sollten
aber Zuchtkatzen mindestens einmal im Jahr sorgfältig abgehört werden
auf Herzgeräusche und Arrhythmen. Jede Katze mit einer dabei
festgestellten Abnormalität sollte geschallt werden. Leider wird aber
auch ein signifikanter Prozentsatz betroffener Katzen nie ein
verdächtiges Herzgeräusch aufweisen.
Da HCM in jedem Lebensalter auftreten kann, wird
eine einmalige Herzuntersuchung keine Garantie dafür geben, dass die
Katze HCM-frei ist. Zuchtkatzen sollten daher möglichst jährlich
geschallt werden; dass "Rentner" auch regelmäßig geschallt werden, wäre
zumindest empfehlenswert, weil damit wenigstens im Nachhinein
betroffene Katzen einer Zucht identifiziert werden können.
HCM kann Katzen jedes Alters betreffen. Es wurde
bei Kitten im Alter von wenigen Monaten genauso gesehen wie in Katzen
von mehr als zehn Jahren. In MCOs gibt es einen Nachweis von HCM bei
den meisten Katern bei zwei und bei den meisten Kätzinnen bei drei
Jahren. Es wurden jedoch auch Fälle dokumentiert, wo die Krankheit sich
nicht vor dem siebten Lebensjahr gezeigt hat.
Ragdolls mit schwerer HCM scheinen die Krankheit
früher in ihrem Leben zu entwickeln, schon unter einem Jahr. Für andere
Rassen wurden noch keine Richtlinien entwickelt, deswegen ist es
schwierig, ein spezifisches Alter für den Start von Tests zu empfehlen.
Es macht jedoch Sinn, die meisten Zuchtkatzen mit zwei Jahren das erste
Mal zu testen.
Können wir je HCM aus unserer Zucht eliminieren?
Die Möglichkeiten, die wir z. Zt. haben, HCM
festzustellen (z. B. Herz-Ultraschall und Autopsie), sind nicht perfekt
und gestatten uns nicht, diese Erkrankung komplett in den Griff zu
bekommen. Dennoch hilft ein Ultraschall-Screening, das Auftreten von
HCM in einer Rasse zu reduzieren, wenn sich genug Züchter daran
beteiligen.
Züchter sollten alle Informationen zusammentragen
über HCM in verschiedenen Linien. Dazu gehört auch eine
Stammbaum-Analyse auf der Grundlage einer genauen Identifikation
betroffener Katzen.
Eine Katze, die plötzlich tot umfällt oder an
(bekannter) HCM stirbt, sollte auf jeden Fall zur Autopsie. Die meisten
Katzen mit HCM haben ein Herz, das mehr als 20 Gramm wiegt, Katzen mit
schwerer HCM haben ein Herz, das mehr als 30 Gramm wiegt. "Unordnung"
der Herzmuskelfasern, das typische Kennzeichen von
Herzmuskel-Abnormalien bei Menschen mit familiärer HCM, haben wir in
allen MCOs mit HCM entdeckt. Unglücklicherweise sind die meisten
Tier-Pathologen nicht darauf geschult, solche Störungen zu beobachten.
Auf lange Sicht brauchen wir einen Gen-Test für
jede Rasse. Ein Gen-Test würde uns erlauben, betroffene Katzen zu
erkennen, bevor sie in der Zucht eingesetzt werden. Da diese Krankheit
autosomal dominant vererbt wird, könnte die Krankheit innerhalb weniger
Generationen aus einer Rasse eliminiert werden, sobald eine Mutation
identifiziert ist und alle Züchter ihre Tiere dann auf diese Mutation
hin testen.
Indessen: Geld und die Ressourcen, die nötig sind,
das Gen oder die Gene zu identifizieren und einen entsprechenden Test
zu entwickeln, sind sehr dünn gesät in der Tiermedizin. Züchter und
Liebhaber können die Forschung beispielsweise über den "Ricky Funds"
unterstützen, der von der Winn Foundation ins Leben gerufen wurde.
Können zwei gesunde Elterntiere Nachwuchs mit HCM
produzieren?
Da HCM als autosomal dominante Erkrankung
identifiziert ist, wo der Erbgang bekannt ist, muss ein betroffenes
Kitten auch ein betroffenes Elternteil haben. Es gibt natürlich auch
mögliche Situationen, bei denen ein erkranktes Tier von einem scheinbar
gesunden Elternpaar abzustammen scheint.
Die erste Alternative ist dann die, dass eines der
Elternteile falsch diagnostiziert wurde. Das kann an der Unerfahrenheit
des Schallenden liegen oder auch an unzureichender technischer
Ausstattung. Das kann aber auch daran liegen, wenn der
Gesundheitszustand einer Katze an gerade mal einem oder zwei
Ultraschalls in ihrer Jugend festgemacht wird. Da HCM sich in jeder
Altersstufe entwickeln kann, kann es sein, dass eine Katze, die in
einem Jahr als gesund getestet wird, dennoch HCM-Träger ist und sich
die Erkrankung erst in der folgenden Zeit darstellt.
Da die Krankheit sich zudem ganz unterschiedlich
manifestiert, kann auch nicht bei jeder betroffenen Katze ein Nachweis
mit Ultraschall geführt werden. Es ist deshalb auch möglich, dass eine
Katze im Ultraschall als HCM-negativ gilt. aber dennoch das defekte Gen
trägt und es an den Nachwuchs weiter vererbt.
Schließlich sind auch spontane Mutationen bei
Kitten von "normalen" Eltern möglich. Diese Katzen vererben dann ihre
Mutationen an den Nachwuchs. Wir wissen nicht, wie häufig solche zu HCM
führenden Mutationen vorkommen. Statistisch geschehen solche Mutationen
eher in zufällig verpaarten Katzen als bei Rassekatzen.
Quelle:
Mark Kittleson und Rebecca Gompf (Cardiology),
Fakultät für Tiermedizin, University of Tennessee
Susan Little,Vizepräsidentin der Winn Foundation
Mai 2004
Übersetzung mit Genehmigung: Herbert E. A. Bangen
Erschienen in *Hallo Norweger* 3/04
Hier
ist eine ganz tolle und informative Seite *Cattery de-la-platiada* wo
das Thema HCM sehr gründlich erklärt wird.
GSD IV:Glykogenspeicherkrankheit IV der Norwegischen
Waldkatze:
GSD IV:
Glykogenspeicherkrankheit IV der Norwegischen
Waldkatze:
Bei der Krankheit handelt es sich um eine erbliche
Abnormalität des Glykogenstoffwechsels, die bei Norwegischen Waldkatzen
beschrieben ist.
Diese Abnormalität besteht darin, dass ein ererbter
Mangel an einem bestimmten Enzym (GBE = glycogen branching enzyme)
herrscht, welches während des Glykogenstoffwechsels jedoch dringend
benötigt wird.
Der Glykogenstoffwechsel ist für Mensch und Tier extrem lebenswichtig.
Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden dabei durch
Enzyme in Glucose zerlegt. Die Glucose wird dann als Glykogen in der
Leber, den Muskeln und den Nervenzellen gespeichert und sie gelangt
auch über das Blut in Organe und Körperzellen, und wird dort direkt in
Energie umgewandelt und verbraucht.
Der Erbgang der Glykogenose ist autosomal rezessiv. Das bedeutet, dass
die Krankheit nur dann zum Ausbruch kommt, wenn der Gendefekt zu
gleichen Teilen von Mutter und Vater geerbt wurde. Die Eltern sind
dabei nicht erkrankt. Sie sind lediglich Träger und vererben somit die
Krankheit.
Die erkrankten Tiere sind homozygot (reinerbig) für eine Deletion in
einem Glucose abbauenden Enzym. Unter Deletion versteht man den Verlust
oder das Fehlen von einem DNA-Baustein oder mehreren Bausteinen, eines
kompletten Gens oder eines Chromosoms.
Defekte dieses Gens führen zur Glykogenose Typ IV.
Es gibt zwei Formen der Krankheit:
Form: Die Kitten sterben bei der Geburt oder
wenige Stunden danach (häufigster Fall).
Form: Die Kitten, die die neonatale Phase überlebt
haben, haben eine maximale Lebenserwartung von 10-14 Monaten (dies ist
die schlimmste Form).
Diese Katzen leiden unter extremer Muskelschwäche, Organschwund
(aufgrund des gestörten Glukosestoffwechsels), unwillkürlicher
Dauerverkürzung bestimmter Muskeln (damit verbundenem Muskelzittern und
–schwund), extremen epileptischen Anfällen, und Herzmuskelerkrankungen,
die meist letztendlich zum Tod führen.
Selbst wenn nur ein Elternteil Träger der Krankheit ist und mit einem
Nicht-Träger verpaart wird, so sind 50% des Nachwuchses ebenfalls
Träger.
Sind beide Elterntiere Träger, so sind 25% ihrer
Nachkommen erkrankt und 2/3 der klinisch normalen Kitten sind wiederum
Träger von GSD IV, und geben somit unbemerkt ihren Trägerstatus weiter.
Weil Totgeburten oder früher Tod von Kitten in
Zuchten ab und an vorkommen können, und nicht gleich jedes Kitten
pathologisch untersucht wird, kann die Krankheit oftmals unbemerkt
immer weiter vererbt werden.
In Amerika trat die Krankheit zum ersten Mal im
Jahre 1988 auf. Seitdem wurde sie erforscht und es gibt auch schon
einen entsprechenden Schnelltest, über den sich die Krankheit
feststellen lässt.
In Deutschland ist die Glykogenose Typ IV noch
relativ unbekannt. Der erste, offiziell bekannte Fall ist im Jahre 2004
aufgetreten.
Hier ist eine sehr informative Seite über GSD IV:
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